Die  Elb-Fantasten

Die Hamburger Elb-Fantasten sind ein Zusammenschluss von Kindern, die in kreativen Schreib- und Ideengruppen ihre eigenen Bücher entwerfen und mit Hilfe der Hamburger Autorin Miriam Burdelski aufschreiben.

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt

Ludwig Wittgenstein

Ein Segelschiff auf kurs halten

Die Elb-Fantasten sind tatsächliche Fantasten - sie spinnen ihre Geschichten wie der Hamburger Seemannsgarn. Sie sind sprudelnde Quellen voller Ideen. Fantasieren sich stärker, mutiger, frecher als sie sind. Lassen Welten entstehen, reisen in ferne Länder, spuken in Schlössern, reiten über den Strand, klettern höher, und fallen tiefer.

Ihre Aufgabe ist es, jeden Gedanken den sie fassen auszusprechen, einzugliedern in die Gemeinschaftsarbeit. Den Mut aufzubringen eine Geschichte zu verändern, aber auch, sie wieder zu verwerfen und mit jeder Idee des anderen neu zu arbeiten. 

Maximal sechs Kinder arbeiten zusammen an einem Buchprojekt. Sie müssen lernen sich zu einigen, auf die Ideen der anderen einzugehen, eine gemeinsame Struktur zu finden, ihre Ideen vor anderen zu präsentieren und zu verteidigen, aber auch zuzuhören. Sie lernen, dass Schreiben ein Prozess ist, der immer wieder umgewandelt werden kann, aus dem sie lernen, neue Inspiration ziehen und auch mutig genug werden, bisher Erarbeitetes wieder zu streichen.

Die Elb-Fantasten arbeiten mit Notizbüchern, die sie mit allem füllen, was ihnen durch den Kopf geht, in denen sie zeichnen, schreiben und hin und wieder herumkritzeln, wenn ihnen das Zuhören schwer fällt. Die sie mitnehmen, häufig Zuhause und Unterwegs mit neuen Ideen füllen und ganz selbstverständlich in ihren Alltag integrieren. Sie werden aufmerksamer für Dinge, die in ihren Büchern eine Rolle spielen. Notieren sich Dialog-Ideen und Informationen, die ihnen durch Zufall im Alltag begegnen. Die Notizbücher sind der Schreibprozess, den die Kinder innerhalb des Kurses für sich selbst erarbeiten. Jeder nach seinen ganz eigenen Vorstellungen und Ideen.

Das Buch ensteht Woche für Woche und Kapitel für Kapitel durch die Autorin. Es wird immer wieder vorgetragen, verändert und korrigiert. Die Kinder agieren als ihre eigenen Lektoren. Die Autorin führt die Kinder durch das Projekt wie ein Segelschiff, das auf Kurs gehalten werden muss, auch wenn die Wellen von allen Seiten kommen, auch wenn der Wind mal heftig bläst, auch wenn sie mal wenden oder die Mannschaft sich nicht immer einig ist.

Das Tor zur Welt in unserem KopF

In den Köpfen unserer Kinder schlummern tausende Geschichten. Sie geistern den ganzen Tag dort herum, sie weben sich in ihre Gedanken, sie werden verbalisiert im Spiel, sie  lassen oft Fantasie und Realität verschwimmen. Sie schützen und heilen, sie trösten und stärken.

Jeder kleinste Anreiz weckt sie auf, jeder Stein wird zum Fels und jede Pfütze zum Ozean. Wer geärgert wird, wird im Kopf zum stärksten Mädchen der Welt. Wer in der Stadt lebt, wird Herrscherin über die wilden Pferde und wer auf dem Land lebt eine berühmte Sängerin in New York.

Wer das Tor einmal öffnet, der kann Welten erfinden und Abenteuer erleben, der kann Unerreichbares schaffen und auch Schwäche zeigen. In unseren Geschichten ist alles erlaubt.

Und wer den Stein der Ideen erst einmal ins Wasser geworfen hat, wird merken welch große Kreise er zieht.

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